7 Arten von Prägungen: Ein umfassender Leitfaden für den Strukturdruck

Die Abbildung des Titelbildes zeigt eine Kombinationsprägung mit zwei Affen unter einem Baum.

Inhaltsverzeichnis

Prägen ist mehr als nur das Erhabenwerden eines Designs von der Oberfläche – es ist eine wirkungsvolle Veredelungstechnik, die bedruckten Materialien Dimension, haptische Fülle und feine Details verleiht.

Für Marken und Designer besteht die Herausforderung nicht nur darin, sich für eine Prägung zu entscheiden, sondern auch darin, die richtige Prägung auszuwählen. die richtige Art der Prägung. Benötigen Sie die subtile Eleganz einer Blindprägung oder der intensive Glanz eines Kombinationsfolienprägung?

In diesem umfassenden Leitfaden kategorisieren wir die verschiedenen Prägearten, ihre Funktionsweise und die Produktionsgeheimnisse für optimale Ergebnisse.

Der „Spickzettel“: Prägearten auf einen Blick

Falls Sie es eilig haben, finden Sie hier einen kurzen Vergleich der Techniken, der Ihnen bei der Entscheidung helfen soll.

Prägeart

Visueller Effekt

Am besten für

Kosten

Blindprägung

Dezent, nur Textur (ohne Tinte)

Minimalistischer Luxus, Schreibwaren

$$

Registrierte Prägung

Der erhabene Bereich ist mit der Tinte ausgerichtet.

Logos, Fotos, Verpackung

$$

Kombinationsprägung

Folienprägung + Prägung in einem Schritt

Hochwertige Visitenkarten, Etiketten

$$$

Mehrstufig

3D, skulptural, realistisch

Wappen, detaillierte Illustrationen

$$$$

Verglasung

Glänzende, polierte Selbststruktur

Dunkle Farben, schwere Karten

$$

Digital (Scodix)

Glänzendes, erhabenes UV-Polymer

Kurze Läufe, variable Daten

$ - $$

Was ist Prägen? (Die technische Definition)

Prägen ist der Prozess der Erzeugung eines erhabenen Reliefbildes auf einem Trägermaterial (Papier, Leder, oder Kunststoff), indem man es zwischen zwei Matrizen presst:

    1. Der weibliche Würfel: Enthält das vertiefte Design.

    2. Der männliche Würfel (Zähler): Enthält das erhabene Design.

Unter extremem Druck (und oft auch Hitze) werden die Papierfasern dauerhaft gedehnt und passen sich der Form der Prägeform an. Tiefe, Feinheit und Oberflächenbeschaffenheit hängen vollständig vom gewählten Prägeverfahren ab.

Die 7 wichtigsten Prägearten

1. Blindprägung

eine orange Kosmetikbox mit Blindprägung aus 4 Blickwinkeln

Was es ist: Blindprägung ist die reinste Form dieser Technik. Sie kommt ohne Tinte oder Folie aus. Das Motiv wird allein durch den mechanischen Druck erhaben dargestellt, wobei das Spiel von Licht und Schatten die Bildform bestimmt.

  • Ideal für: Minimalistische Visitenkarten, hochwertige Briefköpfe und dezente Hintergrundmuster.

  • Design-Tipp: Da keine Tinte die Kante definiert, verwenden Sie fettere Linien und einen größeren Zeilenabstand. Feine Serifen können bei einer Blindprägung verloren gehen.

2. Registrierte Prägung

ein Heißfolienprägelogo mit einem eingetragenen Prägeslogan

Was es ist: Dieses auch als „Registerdruck“ bekannte Verfahren richtet den geprägten Bereich präzise an einem zuvor gedruckten Element (Offset- oder Digitaldruck) aus. Die Tinte liefert die Farbe, die Prägung den Reliefeffekt.

  • Ideal für: Logos, Markennamen und Verpackungen, bei denen bestimmte Grafiken im Regal besonders gut zur Geltung kommen sollen.

  • Design-Tipp: Präzision ist entscheidend. Verwenden Sie Vektorpfade in Ihren Grafiken, um sicherzustellen, dass der Stanzformenhersteller die Druckplatte perfekt anpassen kann.

3. Kombinationsprägung (Combo-Prägung)

Kombinationsprägung auf einem Buchstaben, umgeben von Blumen

Was es ist: Ein Kombinationsstempel prägt das Papier und bringt Folie (Gold, Silber usw.) in einem einzigen Arbeitsgang auf. Der Stempel ist so geformt, dass er die Folie schneidet und das Papier gleichzeitig erhaben macht.

  • Ideal für: Luxusverpackung, Zertifikate und Premium-Etiketten (Wein und Spirituosen).

  • Design-Tipp: Dadurch wird der höchste Kontrast erzielt. Der Glanz der Folie fängt das Licht an den erhabenen Kurven ein und verleiht dem Design ein metallisches und massives Aussehen.

4. Mehrstufige und plastische Prägung

eine grüne Geschenkbox mit mehrstufiger, skulpturaler Prägung

Was es ist: Während die Standardprägung „flach“ ist (eine einheitliche Höhenebene), werden bei der Reliefprägung handgefertigte Prägewerkzeuge verwendet, um unterschiedliche Tiefen, Kurven und Winkel zu erzeugen. Dadurch entsteht ein echter 3D-Relief-Effekt.

  • Ideal für: Aufwendige Wappen, Porträts, botanische Illustrationen und Münzen.

  • Design-Tipp: Hierfür wird eine Messingmatrize benötigt (die teurer ist als die übliche Magnesiummatrize), aber das Ergebnis ist eine atemberaubende, kunstvolle Oberfläche.

5. Glasurprägung

Ein Verpackungsexperte verziert eine Flasche mit Glasur und Prägung.

Was es ist: Beim Glasieren wird die geprägte Fläche unter starker Hitze und hohem Druck „poliert“. Die Papierfasern werden so stark komprimiert, dass die erhabene Stelle glatt und glänzend wird und einen Kontrast zur matten Textur des umgebenden Papiers bildet.

  • Ideal für: Dunkle, schwere Farben (Marineblau, Schwarz, Dunkelrot).

  • Design-Tipp: Verwenden Sie dieses Produkt nicht auf hitzeempfindlichem Papier, da es dieses versengen kann (es sei denn, dies ist der beabsichtigte Effekt).

6. Gedruckte Prägung (Strukturierter Offsetdruck)

zeigt die aufgedruckte Prägung einer Blume

Was es ist: Ähnlich wie bei der Registerprägung, bezieht sich der Begriff jedoch häufig auf das Prägen einer vollständigen Textur über ein gedrucktes Bild (wie beispielsweise eine Holzmaserungsstruktur, die über ein Foto eines Tisches geprägt wird).

  • Ideal für: Buchcover und Marketingbroschüren, die eine haptische "Haptik" auf der gesamten Oberfläche benötigen.

7. Digitales Prägen (Die moderne Alternative)

zeigt einen digitalen Prägeeffekt auf dem Eiffelturm vor rosa Hintergrund

Was es ist: Technisch gesehen handelt es sich hierbei nicht um Prägen (das Pressen von Papier), sondern um einen Schichtaufbau. Maschinen wie Scodix oder MGI tragen eine dicke Schicht UV-Polymerlack auf, die sofort aushärtet. Dadurch entsteht eine erhabene, glänzende Oberfläche, die Prägungen ähnelt, jedoch ohne die Notwendigkeit von Metallstempeln.

  • Ideal für: Kleinserien, variable Daten (z. B. personalisierte Namen) und kurze Bearbeitungszeiten.

  • Design-Tipp: Eine hervorragende, kostensparende Alternative für Auflagen unter 500 Stück.

Checkliste für Material und Untergrund

Luft lässt sich nicht prägen – das gewählte Material entscheidet über den Erfolg des Projekts.

  1. Faserlänge: Baumwollpapiere (lange Fasern) lassen sich wunderschön prägen und behalten tiefe Abdrücke. Kurzfaserpapiere (billiges gestrichenes Papier) können an den Rändern reißen.

  2. Gewicht: 300 g/m² (14 pt) ist die optimale Stärke. Alles, was dünner als 200 g/m² ist, kann sich verformen oder reißen.

  3. Beschichtung: Unbeschichtete Schäfte wirken mit Blindprägung im Allgemeinen besser. Stark lackierte Schäfte können unter der Hitze beim Glasieren reißen.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Prägen

Frage 1: Worin besteht der Unterschied zwischen „flacher“ und „plastisch geprägter“ Prägung?

Bei der Flachprägung wird das Motiv auf eine einheitliche Höhe angehoben (wie ein Plateau). Die Reliefprägung hingegen weist Kurven, Winkel und unterschiedliche Höhen auf (wie eine Bergkette).

Frage 2: Warum ist Prägen teuer?

Die Kosten liegen in der WerkzeugeFür jedes Design muss eine individuelle Metallform gefräst werden. Sobald die Form jedoch hergestellt ist, sinken die Stückkosten bei größeren Auflagen deutlich.

Frage 3: Kann ich kleine Texte prägen?

Vermeiden Sie sehr kleine Schriftgrößen. Wir empfehlen eine Mindestschriftgröße von 10–12 Punkt. Feine Linien werden möglicherweise nicht vollständig lesbar oder können das Papier durchschneiden.

Abschluss

Ob Sie sich für die subtile Raffinesse eines Blindprägung oder die hochtechnologische Flexibilität von digitale PrägungDas Hinzufügen von Textur ist der sicherste Weg, um Ihr Produkt in einer flachen Welt hervorzuheben.

Benötigen Sie eine individuelle Verpackung?

Fordern Sie noch heute ein kostenloses Angebot an!